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Die Vorstellung des deutschen Textes der Erklärung von Scientists for Future in Berlin

Teilnehmer der Bundespressekonferenz "Stellungnahme zu den Protesten für mehr Klimaschutz" am 12. März 2019

Die deutsche Erklärung von Scientists for Future wurde am 12.3.2019 gleichzeitig in Berlin, Wien, Graz und der Schweiz von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorgestellt. In Deutschland fand die Vorstellung im Rahmen der Bundespressekonferenz in Berlin statt.

An dieser Pressekonferenz nahmen sowohl Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, als auch von Fridays for Future teil. Im Einzelnen waren dies:

  • Prof. Dr. Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)
  • Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Wissenschaftsjournalist
  • Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW in Berlin
  • Prof. Dr. Karen Helen Wiltshire, Stellv. Direktorin des Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)
  • Luisa Neubauer, Fridays for Future
  • Jakob Blasel, Fridays for Future

In ihrem Auftakt-Statement erklärte Prof. Dr. Maja Göpel stellvertretend für damals bereits 12155 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, also die Profis dass diese basierend auf einem etablierten, breiten wissenschaftlichen Konsens die Forderung der Schüler*innen und Student*innen nach schnellem und dezidiertem Handeln beim Klima- und Umweltschutz voll unterstütz[en]. Sie betonte, dass ein längeres Warten die Herausforderungen bei den notwendigen strukturellen Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft nicht kleiner, sondern größer macht.

Dr. Eckert von Hirschhausen wies in seinem Eingangsstatement auf die Rolle von Klimawandel und Klimaschutz für die menschliche Gesundheit hin. Er merkte an, dass die Klimakrise aus Sicht u.a. des InterAcadamy Medical Panel die größte Gesundheitsgefahr darstellt. Er verdeutlichte am Beispiel von Fieber, dass wenige Grad Temperaturunterschied über Leben und Tod entscheiden können, und erläuterte verschiedene Wege, wie der Klimawandel menschliches Leben bedroht. Diese reichen von direkten Hitzetoten über die Ausbreitung von Infektionskrankheiten bis hin zu Kriegen die durch Wassermangel und Nahrungsmangel verursacht werden können. Am Beispiel von Rad fahren statt Auto fahren und fleischärmeren und fettärmeren Diäten zeigte er wie Klimaschutz gleichzeitig Gesundheitsschutz sein kann.

Prof. Dr. Karen Wiltshire fokussierte sich in ihrem Beitrag auf die Küstengebiete, und die Rolle der Meere für die Ernährung. Sie betonte, dass in den nächsten 50-100 Jahren über 70% der Menschheit an einer Küste leben werden, und somit der Nutzungsdruck auf die Küsten steigen wird. Sie wies darauf hin, dass schon jetzt Fischpopulationen polwärts migrieren und in Zukunft für die Ernährung sowohl ein Wandel der Ernährung als auch der wachsende Einsatz von Aquakulturen notwendig wird. Gleichzeitig steigt der Meeresspiegel und bedroht die Küsten. Wiltshire sagte, ohne Deiche wären schon jetzt 4 % der Deutschen vom Meeresspiegelanstieg direkt betroffen. Die Kosten für den Küstenschutz werden steigen, oder wir werden dem Meer weichen müssen.

Prof. Dr. Volker Quaschning nahm Bezug auf die Technischen Möglichkeiten, und wies zunächst darauf hin, dass die CO2-Emissionen weltweit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null reduziert sein müssen, um das 1.5 Grad Ziel der Pariser Klimaschutzkonferenz zu erreichen, und dass Deutschland und Europa aufgrund ihrer bisherigen Emissionen aus Gründen der globalen Gerechtigkeit die Null spätestes 2040 erreichen sollte. Die Klimaschutzziele der Bundessregierung mit einem Emissionsrückgang von 80-95% bis 2050 sind hierfür nicht ausreichend. Das heißt, hier muss dringend nachgebessert werden. Die Geschwindigkeit der CO2-Reduktion muss verfünffacht werden, um dieses Ziel zu erreichen. Das betrifft sowohl den Kohleausstieg, als auch die Nutzung von Erdöl und Erdgas. Wir müssen die fossilen Energien direkt durch Erneuerbare Energien ersetzen, und die Wissenschaft sagt eigentlich: Das ist kein Problem. Zum Schluss fasste er die Erklärung der Wissenschaftler in einem Satz zusammen:

Wir sind die Profis, und wir sagen, die Junge Generation hat Recht.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. „[…] fleischärmeren und fettärmeren Diäten zeigte er wie […] Gesundheitsschutz sein kann.“

    Dafür gibt es keine Evidenz.

    Zu „fettarm“, bitte bei Ancel Keys anfangen und vielleicht Nina Teicholz lesen.

    Antworten

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