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Regionalgruppe Berlin-Brandenburg: Versammlung im Olympiastadion

„12/06/2020 Olympia“ ist ein mutiges Projekt – und ein Mut machendes

Das Jahr 2019 hat gezeigt, dass mehr und mehr Menschen bereit sind, für eine soziale, gerechte und zukunftsfähige Politik auf die Straße zu gehen, um für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens oder „unteilbar“ für eine offene und solidarische Gesellschaft einzustehen. Wir, eine Gruppe von Berlin-Brandenburger Scientists for Future, sind davon überzeugt  dass von dem Projekt „12/06/2020 Olympia“ neue Impulse für die demokratische Verständigung über eine Politik des “Machbaren” zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele ausgehen können. Neben der Klimaproblematik spielen dabei Fragen sozialer Gerechtigkeit eine ebenso große Rolle wie die nach Instrumenten unserer Demokratie, deren Möglichkeiten bürgerschaftlicher Mitwirkung unserer Meinung nach bislang zu wenig genutzt werden. 

Schon in dem Moment, in dem die Initiator*innen und ersten Unterstützer*innen mit dem Start des Crowdfundings ihre Veranstaltung öffentlich gemacht haben, begann eine heftige Diskussion darüber, wie Demokratie gestaltet werden soll und darf. Sowohl aus den Reihen von Fridays for Future, Scientists For Future als auch der Zivilgesellschaft gab es Zustimmung und Kritik. Diese Debatte ist gut und manche Kritik war berechtigt; es gab von den Organisator*innen eine ausführliche Reaktion

Uns ist wichtig, dass es nicht nur um den 12. Juni 2020, sondern besonders auch um das Davor und Danach geht. Durch die mehrmonatige Vor- und Nachbereitung kann das Projekt die gewünschte demokratische Beteiligung ermöglichen. Die hier eröffnete Möglichkeit der Erarbeitung von Petitionen geht über die Entstehungsgeschichte bisheriger Petitionen hinaus. Denn eine große Gruppe Menschen kann im Vorfeld darüber abstimmen, welche Themen konkreter ausgearbeitet werden sollen. Stehen diese Themen fest, können sich Teilnehmer*innen mit möglichst diversen sozialen Hintergründen bereit erklären, in von Expert*innen beratenen Arbeitsgruppen, konkrete Petitionstexte zu entwickeln. Die Veranstaltung soll nicht bestehende Bürgerbeteiligungsprozesse ersetzen oder die intensive Arbeit lokaler Initiativen oder langjährig aktiver Vereine und Organisationen schmälern. Ganz im Gegenteil, sie soll die Möglichkeiten, die das Grundgesetz für politische Beteiligung der Bürger*innen über Wahlen hinaus bereit hält, in ihrer Wirksamkeit bekannt machen. Sie bietet unserer Ansicht nach eine Chance der Vernetzung für lokale Akteure, die ähnliche (Denk)Arbeit leisten, ihre Ideen und Kompetenzen zusammenzubringen und zu multiplizieren. 

Am Tag selbst haben dann demokratiefördernde Initiativen und zivilgesellschaftliche Organisationen eine Plattform, sich und ihre Anliegen auf kleineren Nebenschauplätzen in Workshops und Diskussionsrunden, durch Vorträge und Gespräche zu präsentieren. Den Rahmen bilden Impulsvorträge von Expert*innen und Musik. Parallel zum Treffen im Olympiastadion können bundesweit weitere Veranstaltungen stattfinden, bei denen informiert, debattiert und gezeichnet werden kann. Das Zeichnen der Petitionen ist natürlich für alle Bürger*innen möglich – unabhängig von einer Teilnahme.

Wenn die Petitionen jeweils ihr Quorum erreicht haben und dem Petitionsausschuss des Bundestages vorgelegt werden können, bieten sich vielfältige Möglichkeiten, die Verhandlungen mit Informationsveranstaltungen, Hintergrundgesprächen, Demonstrationen und mehr weiter zu begleiten. 

Der 12. Juni 2020 schafft unserer Ansicht nach einen konkreten Zeithorizont, in dem den bisherigen Bemühungen um eine zukunftsfähige Klimaschutzpolitik noch einmal Nachdruck verliehen werden kann. Die Initiator*innen haben erkannt, wie schnell sich das Fenster politischer Veränderbarkeit wieder schließen kann und haben sich mit einer noch unausgereiften, aber lösungsorientierten Konzeptidee auf ein Wagnis eingelassen. Wir, Unterstützer*innen von den Berlin-Brandenburger Scientists for Future, haben Vertrauen in diese Idee und werden unseren Teil dazu beitragen, dass sie mit gesellschaftlichen Diskussionen auf wissenschaftlich gesicherter Grundlage unsere Demokratie bereichern kann.


Martin Ebert 
Barbara Fischer
Florian Fruth
Sebastian Geschonke
Gregor Hagedorn
Nicole Hartmann
Anja Köhne
Thomas Loew
Stefan Müller
Volker Quaschning
Stephanie Reiter
Christoph Schneider
Christoph Schönherr
Henning Thole
Nils Weidemann